Drei fundamentale Sätze

In Die Geheimlehre stellt H. P. Blavatsky drei fundamentale Sätze auf. Sie geben die unveränderbaren Gesetzmäßigkeiten der Natur wieder sowie deren Wirkungsweisen, auf denen die Theosophie seit Menschengedenken basiert. Anhand dieser fundamentalen Grundprinzipien zeigt H. P. Blavatsky eine von Geist, Intelligenz und Bewusstsein bedingte Evolution auf, aus der sich die Verantwortung des Menschen für unseren Planeten ableitet.

Sie postuliert:

„1. Ein allgegenwärtiges, ewiges, grenzenloses und unveränderliches PRINZIP, über das gar keine Spekulation möglich ist, da es die Kraft menschlicher Vorstellung übersteigt und durch irgendwelche menschliche Ausdrucksweise oder Vergleich nur erniedrigt werden könnte. […]

2. Die Ewigkeit des Weltalls in toto als einer grenzenlosen Sphäre, die periodisch ,der Spielplatz ist von zahllosen unaufhörlich erscheinenden und verschwindenden Universen‘, den sogenannten ,manifestierenden Sternen‘ und ,den Funken der Ewigkeit‘. […]

3. Die fundamentale Identität aller Seelen mit der universellen Oberseele, welch Letztere selbst ein Aspekt der unbekannten Wurzel ist; und die Verpflichtung für jede Seele – einen Funken der vorgenannten –, den Zyklus von Inkarnation oder ‚Notwendigkeit‘ in Übereinstimmung mit zyklischem und karmischem Gesetz während seiner ganzen Dauer zu durchwandern.“

Helena Petrowna Blavatsky: Die Geheimlehre. Hannover, 2012, Bd. I, S. 42 ff.

Als erste Grundwahrheit wird die Existenz eines „ewigen, unveränderlichen Prinzips“ bezeichnet. Es ist jene Kraft des unendlichen Lebens im Weltall, die hinter „Allem“ steht, die alles beseelt und zur Manifestation oder Offenbarung treibt. Sie ist die Wurzel allen Seins und Daseins, aus der alles kam und aus der auch in jeder Sekunde oder in Milliarden von Jahren immer wieder alles hervorkommt und lebt, die also Geburt, Reife und Tod der Körper oder Seelen bewirkt.[1]

Der zweite Lehrsatz besagt, dass das Universum das Feld, die Arena, die Szene beständiger, ewiger, nie endender Periodizität ist; das heißt zyklischer Bewegung, der Manifestation des ewigen Lebens in dem zyklischen Erscheinen und Wiederverschwinden von Welten, Sonnen, Sternen, Planeten und den anderen Himmelskörpern in der kosmischen Unendlichkeit, die so unbestimmt und ungenau „Raum“ genannt wird. Blavatsky sagt, indem sie die Lehre der alten Weisheit zum Ausdruck bringt, dass die Welten wie Funken kommen und gehen und daher in mystischer Weise „Funken der Ewigkeit“ genannt werden. Der Lebenszyklus jedes der größeren Körper ist notwendigerweise von unermesslicher Dauer.[2]

Der dritte Lehrsatz, und keineswegs der unbedeutendste, bringt zum Ausdruck, dass das Universum und alles, was in ihm enthalten ist, einen unermesslichen, ewigen Organismus bildet. Es besagt nicht nur, dass das Universum eins ist mit allem, was es enthält, sondern im Besonderen, dass das Wesen des Menschen, sein Körper, seine Körper, seine Seele, seine Seelen und sein Geist nur das Kind, die Früchte von dahinterstehenden Kräften sind.[3]


[1] Hermann Knoblauch: „In Harmonie mit dem Unendlichen“ in Der Mensch in Gegenwart und Zukunft, S. 263 f.
[2] Hermann Knoblauch: „Theosophie als Chance“ in Die Vernetzung von Mensch und Universum, S. 94 f.
[3] Hermann Knoblauch: „Theosophie als Chance“ in Die Vernetzung von Mensch und Universum, S. 95.